Wie gelingt Sicherheit, wenn Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz gleichzeitig gefordert sind?
Vom 30.09. bis 01.10.2026 haben wir an der HAW Hamburg gemeinsam mit dem Bundesnetzwerk für Systemsprenger und dem Competence Center Gesundheit (CCG) darüber diskutiert, was Sicherheit bedeutet, wenn junge Menschen in komplexen Hilfesituationen gleichzeitig Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz fordern. Rund 200 Fachkräfte, Lehrende und Studierende aus ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern kamen zusammen.
Im Mittelpunkt stand das Verhältnis von Kinder- und Jugendhilfe einerseits und Polizei und Strafjustiz andererseits: Wo kooperieren wir, wo grenzen wir uns ab, und wo sind wir voneinander abhängig? Unterschiedliche Systemlogiken wurden sichtbar, und genau darin lag die besondere Stärke der Tagung. Die Workshops griffen unterschiedliche Themenfelder auf, von rechtlichen Fragen über Haltung und Pädagogik bis hin zu Strukturen der Zusammenarbeit, und stießen auf großes Interesse.
Eine Erkenntnis hat uns besonders begleitet: Interdisziplinarität ist unverzichtbar, aber sie bleibt anspruchsvoll. Es gibt keine einfache Lösung für das Phänomen. Umso deutlicher wurde der Wunsch, es breiter zu denken, Verantwortung zu teilen und gemeinsam nach tragfähigen Antworten zu suchen. „Systemsprenger“ beschreibt dabei kein Merkmal einzelner Personen, sondern ein Prozessgeschehen zwischen jungen Menschen und dem Hilfesystem. Die Tagung hat gezeigt, dass wir dieses Geschehen nur gemeinsam verstehen und gestalten können.
Das Feedback hat uns bestärkt: viel positive Resonanz, offene Gespräche und der klare Wunsch nach einer Fortsetzung. Die Tage haben nicht nur fachlich viel gegeben, sondern auch richtig Spaß gemacht. Danke an alle Teilnehmenden, Referierenden und Mitwirkenden.
