Pressestatement von Katja Kipping, Geschäftsführerin beim Paritätischen Gesamtverband, anlässlich der geplanten Einführung einer „Zuckerabgabe“
Katja Kipping, Geschäftsführerin beim Paritätischen Gesamtverband:
„Der Paritätische begrüßt ausdrücklich die Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer Zuckersteuer. In Großbritannien führte die Erhebung einer solchen Steuer nachweislich zu einer Reduktion beim Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel und einen Rückgang der Diabetes-Erkrankungen. Dieser Erfolg geht auch darauf zurück, dass die Lebensmittelproduzenten in Reaktion auf die Steuer den Zuckergehalt bei den Rezepturen reduzierten.
Als Wohlfahrtsverband verstehen wir die Zuckersteuer weniger als ein Instrument zum Stopfen von Haushaltslöchern, sondern eher als Instrument einer Ernährungswende. Insofern sollte die Regierung nicht bei der Einführung einer Zuckersteuer stehen bleiben. Vielmehr müssen Maßnahmen gegen Spekulationen mit Lebensmitteln, gegen Ernährungsarmut, zur Anerkennung von Mehrbedarfen bei ernährungsbedingten Krankheiten wie Zöliakie und eine Unterstützung sozialer Einrichtungen bei der Umstellung auf klimagesunde Gemeinschafsverpflegung folgen.“