"Wohnen ist in Hamburg ein zentraler Treiber von sozialer Ungerechtigkeit und Armut"

Statement des Paritätischen Hamburg zur Wohnarmuts-Studie des Paritätischen Gesamtverbandes

Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg, zur Wohnarmuts-Studie des Paritätischen Gesamtverbandes:

„Die Studie offenbart eine schockierende Realität: Berücksichtigt man die explodierenden Wohnkosten, ist die Armut in Hamburg deutlich größer als bisher angenommen. Besonders Rentner*innen, junge Erwachsene, Erwerbslose, Singles und Alleinerziehende werden durch die ungebremst steigenden Mieten in die Armutsfalle gedrängt. Wohnen ist längst nicht mehr nur eine Belastung – es hat sich zu einem zentralen Treiber von sozialer Ungerechtigkeit und Armut entwickelt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, wie dringend das Thema bezahlbarer Wohnraum in Hamburg angegangen werden muss. Die nächste Landesregierung steht in der Verantwortung, den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu einem Schwerpunkt ihrer Politik zu machen. Andernfalls droht die Gefahr, dass vulnerable Bevölkerungsgruppen – wie Rentner*innen, Alleinerziehende, Singles und Menschen mit niedrigen Einkommen – noch stärker abgehängt und aus der Stadt verdrängt werden. Hamburg muss eine Stadt für alle bleiben, und das erfordert entschlossenes Handeln für mehr sozialen Wohnungsbau, effektive Mietregulierung und den Schutz vor Verdrängung.“

Die Studie des Paritätischen Gesamtverbandes belegt, dass in Hamburg 26,8% der Bevölkerung von Wohnarmut betroffen sind (ca. 497.000 Personen). Das sind 214.000 mehr als nach konventioneller Berechnung (15%, 283.000).

Die Studie basiert auf einer Sonderauswertung durch das Statistische Bundesamt. Sie berücksichtigt erstmals die tatsächlich verfügbaren Einkommen nach Abzug der Wohnkosten (Warmmiete und Strom). Basierend auf den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden die Einkommen um die Wohnkosten bereinigt und so eine Wohnarmuts-Grenze ermittelt. Weitere Informationen zu den Berechnungen erhalten Sie beim Paritätischen Gesamtverband in Berlin: Wiebke Schröder, 030 / 246 36 346.