Paritätischer Hamburg: „Frausein in Deutschland wird nicht leichter – dabei sind Frauen unverzichtbar“

Anlässlich des Weltfrauentages blickt der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg mit Sorge auf die Situation von Frauen. „Wir erleben weltweit, aber auch in Deutschland starken Gegenwind bei Gleichberechtigung und Gleichstellung. Immer noch sind Frauen in vielen Bereichen benachteiligt, verdienen zu wenig oder haben weniger Macht als Männer“, sagt Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Verbandes. „Hier muss Politik endlich konsequent gegensteuern. Das Foto der sechs CDU/CSU-Männer und die Abwesenheit von Frauen in diesem Kreis der Macht darf nicht sinnbildlich für unsere Zukunft werden.“

Die Zahlen der entsprechenden Statistiken verändern sich seit Jahren kaum: Frauen erhalten in Deutschland immer noch 16 % weniger Stundenlohn als Männer, leisten dafür aber 44 % mehr unbezahlte Care-Arbeit und nehmen fast dreimal so viele Kinderkrankengeldtage. In Führungspositionen liegt der Frauenanteil in Deutschland dagegen aktuell bei 23,9 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren, in den Aufsichtsräten ist der Frauenanteil sogar von 20,9 Prozent auf 20,4 Prozent gesunken. Auch in der Politik sind Frauen unterrepräsentiert. Im neuen Bundestag liegt der Frauenanteil bei etwas mehr als 32 %, dabei leben in Deutschland rund eine Million mehr Frauen als Männer. Fast jeden Tag passiert in Deutschland ein Femizid. Alle drei Minuten erleben eine Frau oder ein Mädchen häusliche Gewalt und jeden Tag werden mehr als 140 Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer einer Sexualstraftat.

Bis eine echte Gleichberechtigung erreicht ist, brauche es stärkere Frauenförderung, bessere Familienförderung, mehr Frauenquoten, mehr Schutz von Frauen vor Gewalt, mehr Förderung von unentgeltlicher Care-Arbeit, ein gerechteres Steuersystem. 

Die Politik muss mehr Leitlinien vorgeben, denn die Gleichberechtigung der Geschlechter in Unternehmen, Familien und Gesellschaft ist kein Selbstläufer. Von einer echten Gleichstellung würden nicht nur die Frauen profitieren, sondern die ganze Gesellschaft. Denn den allgemeinen Fachkräftemangel, die Alterung der Gesellschaft, das Zusammenbrechen vieler Familienstrukturen und die Herausforderungen durch Migration können wir viel besser meistern, wenn Frauen in allen Belangen konsequent gleichberechtigt beteiligt werden“, so Alheit.