Neuer Sozialbranchen-Tarifvertrag für den Paritätischen Wohlfahrtsverband Hamburg und seine Mitglieder

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg hat sich erfolgreich für einen Tarifvertrag eingesetzt, der sozialbranchenübergreifend gilt und gute Arbeitsbedingungen in den Mittelpunkt stellt. Immer mehr Mitgliedsorganisationen wenden den Tarifvertrag bereits an – ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Sozialberufe und ihrer Attraktivität.

Die Paritätische Tarifgemeinschaft e. V. (PTG) und die Gewerkschaft ver.di haben gemeinsam einen neuen Hamburger Entgelttarifvertrag entwickelt, der seit dem 1. Januar 2025 gilt. Dieser Tarifvertrag stellt einen wichtigen Schritt zur Verankerung guter Arbeitsbedingungen und zur Erhöhung der Attraktivität sozialer Berufe dar. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg hat diesen Prozess aktiv unterstützt und wendet den Tarif seit Jahresbeginn an. So wie auch fast fünf Prozent der mehr als 400 Mitgliedsorganisationen, die bereits tarifgebundene Anwender des neuen Tarifvertrags sind. Zahlreiche weitere Mitglieder wenden ihn bereits analog an oder planen den Umstieg.

„Dies ist ein bedeutender Meilenstein für den Paritätischen, seine Mitglieder und die gesamte Soziallandschaft in Hamburg. Denn mit dem Paritätischen Tarifvertrag ist es gelungen, alle Bereiche der Soziallandschaft abzudecken – von der Eingliederungshilfe und Pflege bis hin zur Jugendhilfe und Kindertagesbetreuung. Organisationen aus allen Bereichen der sozialen Arbeit haben ihn daher bereits unterschrieben“, sagt Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg.

Sie ist überzeugt, dass dieser Tarifvertrag kurz- bis mittelfristig nicht nur Mitglieder überzeugen wird, die bisher keinen Tarifvertrag anwenden, sondern auch solche, die einen anderen Tarifvertrag nutzen. „Wir haben für unsere Mitglieder einen einheitlichen und vor allem gut verständlichen und leicht anwendbaren Tarifvertrag geschaffen, der sie im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver macht“, so Alheit weiter. „Er bietet höhere Einstiegsgehälter und schafft so die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Personalgewinnung.“
Die Attraktivität als Arbeitgeber werde auch dadurch erhöht, dass persönliches ehrenamtliches Engagement der Beschäftigten belohnt wird. Wer in Hamburg oder Schleswig-Holstein im Besitz der Ehrenamtskarte ist, erhält 2025 einen zusätzlichen Urlaubstag, ab 2026 sogar zwei.

„Nicht nur für die Mitarbeitenden und im Sinne der Arbeitgeberattraktivität ist der neue Paritätische Tarifvertrag vorteilhaft. Die teilnehmenden Mitglieder profitieren auch davon, dass dem Fachkräftemangel Rechnung getragen wird und mehr Spielräume ermöglicht werden. So können Mitarbeitende auch ohne formale Ausbildung in höherwertige Tätigkeiten eingruppiert, entsprechend eingesetzt und bezahlt werden“, so Alheit. Obwohl der Tarifvertrag die gesamte Sozialbranche abdeckt, enthält er verschiedene Entgelttabellen, die speziell auf die unterschiedlichen Arbeitsfelder wie Pflege, Jugendhilfe oder Kindertagesbetreuung zugeschnitten sind.

Der neue Paritätische Tarifvertrag wird von den Geldgebenden gegenwärtig überall dort refinanziert, wo unterschiedliche Tarifverträge anerkannt sind. Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmende bedeutet der neue Tarifvertrag somit eine stärkere Verlässlichkeit für gute Rahmenbedingungen. Darüber hinaus profitieren PTG-Mitglieder von einer dauerhaften arbeitsrechtlichen Unterstützung und können sich aktiv in die Weiterentwicklung des Tarifwerks einbringen.

„Unsere Mitgliedsorganisationen haben bisher sehr unterschiedliche Regelungen genutzt – von Arbeitsvertragsrichtlinien über Haustarife und Tarifanlehnungen bis hin zu gar keiner Tarifanwendung. Mit diesem neuen Tarifvertrag schaffen wir eine starke, einheitliche Grundlage und stärken die Sozialberufe in Hamburg nachhaltig“, betont Alheit.
Das Interesse weiterer Mitgliedsorganisationen, sich der PTG anzuschließen und den Tarifvertrag anzuwenden, sei groß.