Hamburg kann sich die Note Eins verdienen – mit Sozialticket auch für Senior*innen

Mobilität ist ein zentraler Faktor sozialer Teilhabe. Doch eine heute veröffentlichte Studie des Paritätischen Gesamtverbands zeigt erstmals, dass der Zugang zu vergünstigten Nahverkehrstickets in Deutschland stark vom Wohnort abhängt – und dass Hamburg dabei ziemlich gut abschneidet.
Das günstigste Deutschlandticket gibt es in Hamburg für 22,50 Euro. Erhalten können es alle Hamburger*innen, die existenzsichernde Leistungen erhalten. Hamburg gewährt darüber hinaus Schüler*innen ein kostenfreies Deutschlandticket. Das teuerste ermäßigte Deutschlandticket gibt es in Nordrhein-Westfalen für 48 Euro, in den meisten Bundesländern gibt es hingegen gar keinen Sozialrabatt, dort gilt der reguläre Preis von 58 Euro.
„Diese Sozialrabatte im HVV sind für viele Menschen eine große finanzielle Erleichterung, die ihnen Mobilität und Teilhabe ermöglicht“, sagt Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Hamburg. „Sie sind ein wichtiger Beitrag hin zu einer lebenswerten Stadt für alle, doch leider fehlt noch ein Rabatt für Senior*innen.“
Kurz vor der Wahl hat sich die Bürgerschaft für eine schrittweise Einführung eines Sozialtickets für Senior*innen ausgesprochen. „Bei den rot-grünen Koalitionsverhandlungen sollte dieser Auftrag von Beginn an vollumfänglich mitgedacht werden, damit ein vergünstigtes Ticket für alle Senior*innen schnell Wirklichkeit wird. Der HVV hat bundesweit Vorbildcharakter, aber zur Note Eins fehlt eben noch etwas“, so Alheit. „Und wenn die Barrierefreiheit noch besser wäre, könnte sogar eine Eins Plus drin sein.“
Der auf der Webseite des Paritätischen Gesamtverbandes kostenfrei zugängliche „Sozialticket-Atlas“ dokumentiert detailliert die erheblichen regionalen Unterschiede bei Sozialtickets. https://www.der-paritaetische.de/sozialticket