Presse-Statement von Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg, zur geplanten Schließung der Suchthilfeeinrichtung Palette in Altona:
„Suchthilfe muss Menschen erreichen, nicht verdrängen. Gerade rund um die S-Bahn-Station Holstenstraße ist die Suchthilfeeinrichtung Palette unverzichtbar. Sie ist im Stadtteil akzeptiert und trägt zur Entlastung des bekannten Belastungsschwerpunkts bei. Sie ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Die geplante Schließung zum Jahresende ist der völlig falsche Weg und wir fordern die Sozialbehörde auf, dieses wichtige Suchthilfeangebot zu erhalten.
Die Palette erreicht Menschen mit Konsumstörungen und in prekären Wohnverhältnissen, die von anderen Angeboten kaum erreicht werden. Sie bietet niedrigschwellige Beratung, Begleitung und Unterstützung – vor allem aber einen verlässlichen Ort und kontinuierliche Beziehungen. 40 bis 70 Betroffene nutzen das Angebot täglich.
Andere Einrichtungen, eine neue Aufenthaltsstätte oder mehr Straßensozialarbeit können dieses Angebot nicht einfach ersetzen. Mit der Schließung drohen Versorgungslücken, zusätzliche Belastungen für andere Dienste und der Verlust des Zugangs zum Hilfesystem für besonders schwer erreichbare Menschen. Umso unverständlicher ist, dass die Entscheidung offenbar ohne vorherige Abstimmung mit dem Träger und der Bezirkspolitik kommuniziert wurde.
Die Palette braucht jetzt eine gesicherte Perspektive – und Altona braucht dieses Angebot.“