Der Paritätische Hamburg zur Bürgerschaftswahl: Gratulation und klare Erwartungen an die kommende Regierung

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg gratuliert der neu gewählten Hamburgischen Bürgerschaft und allen gewählten Abgeordneten zu ihrem Mandat.
„Die Menschen in unserer Stadt haben entschieden, und sie haben sich eindeutig für eine soziale und unterstützende Politik und gegen rechtsradikale Haltungen entschieden. Hamburg ist und bleibt erfreulicherweise demokratisch und sozial!“, sagt Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Hamburg, der Dachverband von mehr als 400 Sozialunternehmen ist. „Hamburg braucht eine Regierung, die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt, um den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt nicht zu gefährden“, betont Alheit. 

„Wir appellieren an SPD und Grüne, soziale Themen nicht als Nebensache zu behandeln, sondern als Grundlage einer zukunftsfähigen Stadtpolitik. Nur eine soziale Stadt ist eine starke Stadt“, so Alheit weiter. Der Verband fordert die Parteien auf, mit gesellschaftlich relevanten Gruppen zu sprechen und mit ihnen gemeinsam Hamburgs zukünftige Politik zu planen und zu gestalten.

Aus Sicht des Paritätischen müssen insbesondere folgende Themen bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen klar Priorität erhalten:

  • Stärkung sozialer Infrastruktur: eine verlässliche Finanzierung von Sozial- und Beratungsdiensten, die für viele Hamburger*innen unverzichtbar sind und das soziale Rückgrat der Stadt bilden.
  • Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit: mehr Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen, besonders durch bezahlbaren Wohnraum und eine gerechte Sozialpolitik.
  • Weltoffenheit: Hamburg muss sich weiterhin für einen fairen Umgang mit geflüchteten Menschen einsetzen und ihre Integration fördern.
  • Chancengerechtigkeit: weitere Schritte, um allen Kindern gute Bildung zukommen zu lassen, unabhängig vom finanziellen Status ihrer Eltern.
  • Inklusion ernst nehmen und Teilhabe umsetzen: stärkere Investitionen in Strukturen für Kinder mit Behinderung.
  • Unterstützung für Kinder und Familien in belastenden Lebenssituationen: mehr Angebote und langfristige Förderung für Kinder psychisch erkrankter Eltern und andere vulnerable Gruppen.
  • Förderung von Selbsthilfe: Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Problemen in ihrer Gesundheitskompetenz stärken und unterstützen.
  • Freiwilliges Engagement stärken, um ein solidarisches und gemeinschaftliches Miteinander zu fördern.
  • Mehr Hilfen statt Repressionen: in der Sucht- und Obdachlosenhilfe braucht es mehr Angebote.
  • Deutlicher Ausbau der Hilfeleistungen für sogenannte Systemsprenger*innen: extrem herausfordernde Kinder und Jugendliche langfristig besser unterstützen.

Der Paritätische steht bereit, seine Expertise in den weiteren Prozess einzubringen und erwartet einen offenen und konstruktiven Dialog mit der neuen Regierung.