Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg unterstützt mehr als 400 Mitgliedsorganisationen, die in den unterschiedlichsten Bereichen der Sozialarbeit tätig sind. Eine zentrale Anlaufstelle für viele Mitglieder ist unsere Fördermittelberatung durch Anna Schaaf. Sie hilft den Organisationen seit 2017, sich im oft unübersichtlichen Fördermitteldschungel zurechtzufinden und ihre Projekte erfolgreich umzusetzen. Ihre Expertise ist dabei ein entscheidender Faktor, um Förderanträge zu optimieren und die Erfolgsaussichten zu maximieren. Der Schwerpunkt der Beratung liegt in der Betreuung von Anträgen bei der Soziallotterie Aktion Mensch, die Projekte für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche bis 27 Jahre sowie Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten fördert.
„Es gibt mehr als 60 Förderprogramme, die sich auf verschiedene Lebensbereiche wie Arbeit, Mobilität, Freizeit, Persönlichkeitsstärkung und Wohnen konzentrieren“, erklärt Anna Schaaf. Diese Programme werden als Förderinstrumente bezeichnet und bieten vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. „Ein sehr beliebtes und unkompliziertes Förderangebot ist die Mikroförderung Barrierefreiheit, bei der bis zu 5.000 Euro beantragt werden können.“
Anna Schaaf berät nicht nur bei der Auswahl der passenden Förderprogramme, sondern begleitet die Organisationen durch den gesamten Antragsprozess. Von der ersten Idee über die formale Antragstellung bis hin zur mehrstufigen Prüfung bringt sie ihre Erfahrung ein. „Unser Ziel ist es, nicht nur formal korrekte, sondern auch erfolgversprechende und nachhaltige Anträge zu erstellen“, betont sie. Die Antragstellung erfolgt im Online-System der Aktion Mensch und durchläuft mehrere Prüfungsstufen, bis am Ende das Kuratorium der Soziallotterie über die Anträge entscheidet. „Es kann bis zu vier Monate dauern, bis ein Antrag ins Kuratorium gelangt“, erklärt Anna. Daher sollte man am besten etwa 6 Monate vor dem geplanten Start mit der Antragstellung beginnen, besonders bei großen, finanzintensiven Projekten.
Es kommt nur sehr selten vor, dass Anträge abgelehnt werden, meist dann, wenn die Antragstellung auf eigene Faust – ohne Beratung – versucht wird. Im Jahr 2024 wurden 72 Anträge unserer Mitglieder mit einer Gesamtfördersumme von knapp 2,5 Millionen Euro bewilligt.
Ein Beispiel ist der Verein Jungenarbeit Hamburg. Jan Heitmann, verantwortlich für das sexualpädagogische Projekt „talk about“, berichtet: „Frau Schaaf ist eine sehr gute Unterstützung bei der Planung neuer Ideen, immer kompetent, mutmachend und vor allem ehrlich. Sie hat uns sicher durch die komplexe Antragsstellung begleitet und wertvolle Impulse gegeben, wie wir unsere Projektideen weiterentwickeln können.“ Dank ihrer Unterstützung erhielt der Verein eine Förderung von 300.000 Euro über fünf Jahre für das neue Projekt ZART*, das sexuelle Bildung für Jugendliche außerhalb von Schulen bietet. „Der lange Zeitraum von fünf Jahren gibt uns die Möglichkeit, das Projekt ohne den Druck ständiger Neufinanzierung aufzubauen und nachhaltig zu verankern“, freut sich Jan Heitmann.
Auch Ivonne zum Felde von insel e.V. berichtet von ihren positiven Erfahrungen. Sie hat die offene Recyclingwerkstatt des Vereins aufgebaut und dabei maßgeblich von Anna Schaafs Beratung profitiert. „Von Beginn an hat uns Frau Schaaf geholfen, die richtigen Fördermittelpartner zu finden. Mittlerweile werden wir dank ihrer Hilfe maßgeblich von Aktion Mensch unterstützt.“ Die Werkstatt, die zunächst von zwei Ehrenamtlichen betrieben wurde, beschäftigt heute sieben festangestellte Mitarbeitende in Teilzeit und hat sich zu einem bekannten Treffpunkt für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen entwickelt. „Durch die Unterstützung von Aktion Mensch konnte der Treff schneller und besser auf soliden Füßen stehen, als wir ursprünglich geplant hatten“, sagt Ivonne zum Felde. Besonders schätzt sie, wie sehr Anna Schaaf sich mit den Inhalten des Projekts auseinandersetzt: „Sie gibt uns Hinweise, wenn wir mal auf dem Holzweg sind, und stellt die richtigen Fragen, die uns helfen, noch bessere Ideen zu entwickeln.“
Neben solch großen Förderprojekten gibt es auch zahlreiche kleinere Programme, die den Einstieg erleichtern. „Manchmal reicht eine Mikrofinanzierung von 5.000 Euro, um Barrieren abzubauen oder erste Schritte zu ermöglichen,“ erklärt Anna Schaaf. Solche niedrigschwelligen Angebote sind besonders für kleinere Organisationen eine wertvolle Unterstützung.
Bei all der Erfahrung und Routine erlebt Anna Schaaf in ihrer Arbeit aber auch neue Entwicklungen. So wirkt sich der Fachkräftemangel zunehmend auch auf Projekte aus, weil die Organisationen das nötige Personal nicht rechtzeitig finden. „Dann müssen Fristen verschoben werden, was aber meist problemlos klappt“, so Anna Schaaf.
Die Antragsstellenden schreiben ihre Entwürfe alle selbst und sprechen sie dann mit Anna Schaaf durch. Viele nutzen beim Erstellen mittlerweile die Hilfe von ChatGPT. „KI-Tools wie ChatGPT können eine große Hilfe sein, insbesondere für Organisationen, die sprachliche Hürden überwinden müssen“, sagt Anna Schaaf. Gleichzeitig betont sie jedoch, dass die persönliche Beratung unersetzlich bleibt: „KI kann die Förderfähigkeit und Umsetzung einer Projektidee nicht gut beurteilen.“ Und auch keine Kontakte zu weiteren Förderinstitutionen und Partnern vermitteln, was für viele Organisationen von unschätzbarem Wert ist.
Die Dankbarkeit der Mitgliedsorganisationen ist für Anna Schaaf eine besondere Motivation. Ivonne zum Felde fasst es treffend zusammen: „Wir sind uns sehr bewusst, dass wir ohne die Fördermittelberatung des PARITÄTISCHEN mit unserer Recyclingwerkstatt nicht so gut hätten starten können.“
