Der Verbandsrat des Paritätischen Gesamzverbands hat am 24.04.2026 eine Grundsatzposition zur Mobilitätswende verabschiedet.
Der Paritätische vertritt mit seinen mehr als 10.700 Mitgliedern zahlreiche Organisationen im Bereich der gesundheitlichen und Sozialen Arbeit. Daher nimmt sich der Verband in einer Grundsatzposition der zentralen sozialen Frage der Mobilität an.
Das Positionspapier arbeitet heraus, warum die Mobilitätswende für den Verband von Bedeutung ist, und fokussiert entlang der Belange der Mitgliedschaft die Themen Mobilitätsarmut und Ungleichheit, Barrierefreiheit und Klimawirkung. Es schließt mit Anregungen für die Praxis sozialer gemeinnütziger Einrichtungen.
Mobilitätsarmut und soziale Ungleichheit
Millionen Menschen in Deutschland sind von Mobilitätsarmut betroffen, insbesondere einkommensarme Menschen, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Sorgeverpflichtungen.
Um Mobilitätsarmut wirksam zu begegnen, sind folgende Maßnahmen notwendig:
Erstens muss Bezahlbarkeit sichergestellt werden. Ein bundesweites Sozialticket für 25 € ist hierfür zentral.
Zweitens muss Erreichbarkeit gewährleistet werden.
Drittens müssen soziale Härten vermieden und z.B. durch ein sozial gestaffeltes Klimageld ausgeglichen werden.
Barrierefreiheit priorisieren
Es mangelt überall an Barrierefreiheit, ob physisch oder digital. Eine sozial gerechte Mobilitätswende muss daher zweigleisig vorgehen: Einerseits den barrierefreien ÖPNV massiv ausbauen, damit mehr Menschen ihn nutzen können. Andererseits PKW-Nutzung dort ermöglichen, wo sie auf Grund von Behinderungen, Beeinträchtigungen oder Pflegebedarfen unabdingbar ist.
Positive Klimawirkung und minimale Umweltbelastung: umweltfreundliche Verkehrsmittel stärken
Der Verkehrssektor ist einer der größten Emittenten in Deutschland und mindert seine Emissionen wiederholt kaum. Dadurch geraten die Klimaziele in Gefahr. Gute Verkehrsplanung führt zu „So viel Mobilität wie möglich, so wenig Verkehr wie nötig“ und einer besseren Lebensqualität, u.a. durch reduzierte Lärm-, Schadstoff- und Gesundheitsbelastung.
Anregungen für die eigene Praxis
Soziale Einrichtungen können zum Klimaschutz beitragen. Dafür brauchen sie Unterstützung, z.B. durch die Neuauflage eines Flottenaustauschprogramms sowie die Förderung des betrieblichen Mobilitätsmanagements.
Eine sozial-ökologische Mobilitätspolitik ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Armut, zur Förderung von Teilhabe und Gesundheit sowie zum Schutz von Klima und Umwelt.
Eine gelayoutete Version sowie eine Übersetzung in Leichte Sprache folgen.
