Das Bündnis KipsFam hat in einem Diskussionspapier zusammengetragen, wie sozialgesetzbuchübergreifend ein besserer Zugang zu Kindern gelingen kann, deren Eltern psychisch krank oder suchtkrank sind. Prävention und frühe Intervention sind wichtig, um die transgenerationale Weitergabe dieser Erkrankungen zu unterbrechen.
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland zeitweilig mit einem psychisch kranken oder suchtkranken Elternteil zusammenlebt. Diese Kinder erleben - in unterschiedlichem Ausmaß - vielfache Belastungen in ihrem Aufwachsen und haben ein stark erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Die elterliche Erkrankung betrifft das gesamte Familiensystem. Wenn die Familien keine Unterstützung bekommen, erkranken 40 bis 75% der mitbetroffenen Kinder im Laufe ihres Lebens selbst.
Darum ist es wichtig, diese Kinder in den Blick zu nehmen. Das geschieht in Deutschland bislang nur sehr punktuell, auch wenn Eltern bereits ihren Weg in die psychiatrische Versorgung oder die Suchthilfe gefunden haben. In einem Diskussionspapier beschreibt das Bündnis für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien (KipsFam) aus Erfahrungen und Projekten, wo familienorientiert angesetzt werden kann und wie Hilfen sozialgesetzbuchübergreifend eingeleitet und als familienorientierte Gesamtleistungen organisiert werden können.
Das Bündnis setzt sich dafür ein, Familienorientierung in allen Teilen des Sozialgesetzbuchs zu verankern, Koordination und Kooperation zu stärken und darüber die transgenerationale Weitergabe von psychischen und Suchterkrankungen zu reduzieren. Dazu suchen wir den Austausch mit Kostenträgern und Politik.
