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Ernährungspolitische Position des Paritätischen

Am 24.04.2026 hat der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbands eine Grundsatzposition zum Thema Ernährungspolitik mit dem Ziel einer nachhaltigen Ernährungswende beschlossen. Das Positionspapier zur Ernährungswende arbeitet heraus, warum das Thema Ernährungspolitik den Paritätischen Gesamtverband betrifft, skizziert die Problemlagen und benennt grundlegende Zielstellungen. Schließlich münden die Positionen in Lösungsvorschlägen und Anregungen für die eigene Praxis.

Ernährung ist ein Querschnittsthema. Es verbinden sich hier gesundheits- und sozialpolitische mit ökologischen Aufgaben. Aus diesen Perspektiven werden in der Positionierung Probleme des gegenwärtigen Ernährungssystems beschrieben, die nach Einschätzung des Paritätischen eine politisch organisierte Ernährungswende erfordern:

Ernährungsrelevante Krankheiten führen zu gesundheitlichen und sozialen Einschränkungen für die Betroffenen. Durch die unzureichende Eindämmung dieser Erkrankungen entstehen zudem volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe.

Es gibt Ernährungsarmut. Vielen Menschen reicht ihr Einkommen nicht aus, um sich eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährung leisten zu können. 

Ökologische Folgen sind erheblich. Die Entscheidungen, welche Lebensmittel wie produztiert werden, beeinflussen Klima- und Naturschutz. Besonders durch die Tierhaltung entstehen klimaschädliche Emissionen. Lebensmittel werden in großem Umfang verschwendet.

Die Versorgung von 17 Millionen Menschen in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung bietet die Gelegenheit zu einer (klima-)gesunden Ernährung. Bestehende Hürden, dieses Potenzial besser zu nutzen, müssen reduziert werden.   

Die Ernährungswende soll die strukturellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich alle Menschen (klima-)gesund ernähren können. Die Empfehlungen der DGE und die Planetary Health Diet beschreiben hier Standards für eine gesellschaftlich erwünschte Ernährungsweise. Die Realisierung dieser Ernährungsweise ist allen Menschen in den privaten Haushalten wie auch in der Gemeinschaftsverpflegung organisatorisch und finanziell zu ermöglichen. Ziel ist eine bedarfsgerechte und gesundheitsfördernde Ernährung für alle, die die Teilhabe stärkt und die planetaren Grenzen berücksichtigt.

Im Einzelnen spricht sich der Verband für Maßnahmen in folgenden Bereichen aus: 

  • Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung;
  • Deckung von besonderen Bedarfen bei chronischen Erkrankungen;
  • Stärkung des sozialen Ausgleichs;
  • Schaffung einer klimagesunden Gemeinschaftsverpflegung;
  • Nutzung von gemeinsamen Mahlzeiten in der Soziale Arbeit;
  • Unterstützung gesundheitsförderlicher Lebensmittel durch das Steuersystem und
  • Regulierung von Produktion und Vertrieb. 

Die vielfältigen konkreten Maßnahmen können dem angefügten Positionspapier entnommen werden. 

Ergänzt wird der Beschluss durch Anregungen für die eigene Praxis und ein umfangreiches Hintergrundpapier, in dem die Überlegungen und Empfehlungen umfassend hergeleitet und begründet werden.