Position: Schutz, Befähigung und Teilhabe junger Menschen in der digitalen Welt

Der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbandes hat am 24. April 2026 ein Positionspapier mit dem Titel "Schutz, Befähigung und Teilhabe junger Menschen in der digitalen Welt" verabschiedet.

Aus Sicht des Paritätischen Gesamtverbands gehen Verbote oder restriktive Maßnahmen, die auf den Ausschluss junger Menschen von digitalen Lebenswelten abzielen, an der Lebenswirklichkeit junger Menschen vorbei und bewirken den beabsichtigten Schutz nicht. 

Daher fordert der Paritätische ein zielführendes Vorgehen, das sich am Dreiklang Schutz, Befähigung und Teilhabe junger Menschen in der digitalen Welt orientiert. 

Begleitend dazu ist ein bedarfs- und flächendeckender Ausbau medienpädagogischer Angebote und Maßnahmen zur Stärkung der analogen Kinder- und Jugendarbeit und angrenzender Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Umsetzung bestehender nationaler und europäischer Rechtsrahmen zur Regulierung digitaler Plattformen notwendig.

Expert*innenkommission legt 56 Empfehlungen für eine nationale Gesamtstrategie zum Kinder- und Jugendschutz vor

Die Expert*innen Kommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat am 24.06.2026 ihre Handlungsempfehlungen an Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien übergeben. 

Die Empfehlungen enthalten viele Aspekte der Paritätischen Position und zeigen Wege auf, wie Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt gelingen können. Sie sollen die Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt bilden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege hat in einer mündlichen Anhörung und mit einer schriftlichen Stellungnahme ihre Position der Kommission übermittelt.

Die Empfehlungen richten sich an Bund, Länder und Kommunen ebenso wie an die europäische Ebene, zudem an Eltern, Bildungseinrichtungen, an die Kinder- und Jugendhilfe, das Gesundheitswesen sowie Anbieter digitaler Dienste; sie basieren dabei auf einem entwicklungs- und verantwortungsorientierten Modell.

Die Empfehlungen bauen auf der im April 2026 veröffentlichten Bestandsaufnahme auf. Die vollständigen Handlungsempfehlungen mit ausführlichen Problem- und Zielbeschreibungen werden bis Mitte Juli 2026 veröffentlicht. Der Abschlussbericht der Kommission, einschließlich der Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie der Beiträge aus den Fachanhörungen, folgt im September 2026.