Forderungspapier von bff, ZIF und dem Paritätischen zum Internationalen Frauentag/feministischen Kampftag 2026

Anlässlich des Internationalen Frauentags/feministischen Kampftags 2026 haben bff, ZIF und der Paritätische Gesamtverband Forderungen veröffentlicht. Ihr gemeinsames Anliegen lautet: Schutz und Beratung stärken – Gewalthilfegesetz umsetzen.

Umsetzung des Gewalthilfegesetzes

Die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes betrifft nicht nur Zahlen, Strukturen oder Geldflüsse, sondern sie ist entscheidend für das Leben, die Gesundheit, die Sicherheit und die Zukunft von Frauen und Kindern. Hierfür sind Landesausführungsgesetze und -richtlinien vonnöten, die einen konkreten, gleichwertigen und zielgerichteten Ausbau sowohl des Hilfesystems mit seinen Fachberatungsstellen als auch der Schutzangebote in Form von Frauenhausplätzen ermöglichen.

Bestehende Strukturen stärken, neue Strukturen aufbauen

Die vom Bund bereitgestellten Gelder müssen ausdrücklich dafür verwendet werden, bestehende Strukturen zu stärken sowie zusätzliche Strukturen aufzubauen. Sie dürfen keinesfalls dazu genutzt werden, bereits bestehende oder neu entstehende Finanzierungslücken – beispielsweise durch einen Rückzug der Kommunen – zu kompensieren.

Die gemeinsamen Forderungen im Überblick: 

1.  Der Zugang zu Schutz und Unterstützung bei Gewalt muss für alle Frauen, Kinder und Jugendliche jederzeit zuverlässig gewährleistet sein.

2.  Es braucht einen deutlichen, zügigen und nachhaltigen Ausbau der gesamten Unterstützungsstrukturen.

3.  Schutz- und Beratungsangebote müssen konsequent am tatsächlichen Bedarf der Betroffenen ausgerichtet sein.

4. Die Standards der Träger sind anzuerkennen: Was es an Personal und Räumen für Schutz und Beratung braucht, wissen die Träger der Einrichtungen am besten.

5. Prävention, Kooperation und Vernetzung sind abzusichern. Sie sind der Schlüssel zur Verhinderung von Gewalt. Sie kosten, lohnen sich aber.

6. Die feministische Täterarbeit bei häuslicher Gewalt ist zu stärken.

7. Wir fordern die einzelfallunabhängige Finanzierung aller Unterstützungs-, Schutz- und Hilfestrukturen. Bürokratie ist zu reduzieren. Eigenanteile der Träger lehnen wir ab.

8. Die anonyme Inanspruchnahme von Schutz und Beratung muss immer möglich sein.

9. Die Partizipation nichtstaatlicher Organisationen ist zu fördern.

10. Ein kontinuierliches Monitoring der Prozesse muss initiiert werden.

Die Langfassung bzw. Erläuterungen zu den gemeinsamen Forderungen finden Sie anbei zum Download.