Koordinierungsstelle Individuelle Hilfen

Die Koordinierungsstelle ist ein Modellprojekt des PARITÄTISCHEN Hamburg, das seit 2014  Unterstützungsleistungen für den Allgemeinen sozialen Dienst Hamburg (ASD) in komplexen und schwierigen Hilfeverläufen bei sogenannten „Systemsprengern“ anbietet. Sie kooperiert eng mit dem Trägerverbund – bestehend aus sechs Trägern der Hamburger Jugendhilfe – und ist bundesweit mit weiteren Trägern vernetzt.

Anlass für die Unterstützungsleistung kann sein, dass

  • der junge Mensch keine Hilfen mehr annimmt,
  • sich kein Träger bereit erklärt, den jungen Menschen stationär zu betreuen,
  • mit hoher Frequenz Einrichtungswechsel stattfinden,
  • Konflikte im Helfersystem bestehen, die die weitere Hilfeplanung erschweren,
  • die Dynamik des Familiensystems die Hilfeplanung für den jungen Menschen erschwert,
  • trotz umfassender Hilfen der junge Mensch weiterhin extrem auffälliges Verhalten zeigt.

 

Ziele

Gemeinsam mit allen Beteiligten gestaltet die Koordinierungsstelle einen Hilfeplanprozess, der die Anschlussfähigkeit zwischen dem jungen Menschen, seiner Familie und dem Helfersystem ermöglicht. Auf dieser Grundlage wird dann gemeinsam ein individuelles und flexibles Hilfesetting entwickelt.

Unterstützungsleistungen

Die Koordinierungsstelle unterstützt auf Anfrage fallzuständige Fachkräfte des Hamburger ASDs in konkreten Fällen, bei denen eine neutrale Unterstützung geboten erscheint. Sie initiiert mit allen Fallbeteiligten einen Prozess der gemeinsamen Fokussierung auf die individuellen Problemlagen des jungen Menschen und seiner Familie. Informationen und Wissen aller am Fall beteiligten Personen und Institutionen werden hierbei zusammen geführt.

Fallverstehen

So wird ein bereichsübergreifendes, vertieftes Fallverstehen ermöglicht, das handlungsleitend und zielführend für die Lösungsfindung ist.

Partizipation

Junge Menschen mit komplexem Hilfebedarf  benötigen individuelle flexible Hilfen und eine besondere, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Partizipation an der Hilfeplanung. Daher werden sie aktiv eingebunden.

Kooperation

Darüber hinaus sind in diesen Fällen Akteure unterschiedlicher professioneller Handlungsfelder beteiligt. Dieses erhöht die Anforderungen an die Kooperationsfähigkeit aller Beteiligten. Die Koordinierungsstelle unterstützt das Jugendamt darin, die Akteure in einen Kommunikations- und Aushandlungsprozess mit dem Ziel einer Hilfeplanung im Sinne des § 36 SGB VIII zu bringen.

Fallkonferenzen

Die Koordinierungsstelle bietet im Rahmen von Fallkonferenzen Beratung und Moderation an und stellt ihr umfassendes multiprofessionelles Träger-, Netzwerk- und Fachwissen zur Verfügung. Sie unterstützt das Helfersystem dabei, gemeinsame Schritte in der Hilfeplanung zu definieren und sorgen dafür, dass diese verbindlich miteinander vereinbart und umgesetzt zu werden.

Stabilisierung

Auch nach der Hilfeinstallation bleibt die Koordinierungsstelle flankierend tätig, bis sich zeigt, dass die umgesetzten Hilfen zur Stabilisierung des jungen Menschen beitragen.


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