14.07.2022

PARITÄTISCHER Hamburg fordert: Gute Sprachförderung in Kitas muss weitergehen

Mit großem Unverständnis hat der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg die Nachricht aufgenommen, dass das Bundesfamilienministerium das erfolgreiche Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ zum Ende dieses Jahres auslaufen lässt. Etwa 25 Prozent der Hamburger Kitas sind derzeit daran beteiligt und konnten alltagsintegrierte Sprachförderung, gezielte Elternarbeit und inklusive Pädagogik umsetzen. Sie profitierten von zusätzlichen Sprachfachkräften, speziellen Materialien zur Sprachförderung und Fortbildungen. All das fällt ab 2023 größtenteils weg, wenn die Stadt Hamburg nicht entsprechend gegensteuert.

„Gute Sprachbildung beginnt in der Kita und ist die Voraussetzung für gelungene Integration, Förderung und persönliche Entwicklung der Kinder“, sagt Jan Gloystein, Leiter des Fachbereichs Frühe Bildung beim PARITÄTISCHEN Hamburg. „In Hamburg haben über 40 Prozent der Kita-Kinder eine Migrationsgeschichte und nur in gut einem Drittel dieser Familien wird zuhause vorrangig Deutsch gesprochen. Diese Kinder profitierten in den letzten Jahren ganz besonders von dem Bundesprogramm. Es ermöglichte den beteiligten Kitas, durch speziell geschulte Sprachfachkräfte alltagsintegrierte Sprachförderung einzuführen, anzuwenden und ins ganze Team und somit auf jedes Kind und jede Familie auszurollen.“

Der Bund verlängert das Programm nicht und übergibt die „erfolgreich erprobten Strukturen und Ansätze in die Verantwortung der Länder“, wie es in einem entsprechenden Schreiben heißt. In Hamburg kommt dafür nach aktuellem Stand das Programm Kita-Plus in Frage, an dem jedoch weniger als zehn Prozent der Hamburger Kitas teilnehmen.

„Sowohl der Bund als auch die Stadt Hamburg haben in den letzten Jahren erkannt, wie wichtig alltagsintegrierte Sprachförderung in der Kita ist. Nicht umsonst soll sie in die neuen Bildungsempfehlungen aufgenommen werden, die ab Herbst überarbeitet werden“, so Gloystein. „Doch es sind keine regulären Ressourcen dafür vorgesehen. Kita-Plus wird zwar für ein Jahr weiter fortgeführt, das ist jedoch zu kurz und erreicht viel zu wenige Kitas. Wir brauchen mindestens in den Kitas mit hohem Migrationsanteil spezielle Sprachfachkräfte. Mit ein, zwei Fortbildungen für die Kita-Teams ist es hier nicht getan.“

Daher fordert der PARITÄTISCHE Hamburg den Senat auf, das Programm Kita-Plus deutlich auszuweiten und zu verstetigen. Die Alternative wäre, so befürchtet der Verband, dass zukünftig zahlreiche Kinder spätestens in der Vorschule nachmittags additiven Sprachförderunterricht erhalten müssten, um mithalten zu können. „Das ist gefühltes Nachsitzen und belastet die Kinder, die es sowieso schon aufgrund der sprachlichen Probleme schwerer haben, zusätzlich. Der Start in die Schule ist somit unnötig erschwert, was sich teilweise bis in den Schulabschluss auswirkt.“


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