09.09.2020

Kinder psychisch erkrankter und suchtbelasteter Eltern ins Licht rücken: Projekt ‚A: aufklaren‘ des PARITÄTISCHEN Hamburg startet Beratungsangebot für Fachkräfte

Nach einem 3-tägigen Projektauftakt, an dem mehr als 250 Teilnehmer*innen an analogen und digitalen Veranstaltungen teilgenommen haben, startet das Hamburger Projekt ‚A: aufklaren‘ des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Hamburg mit seinem Beratungsangebot für Fachkräfte. ‚A: aufklaren‘ hat zum Ziel, dass Kinder von psychisch erkrankten und suchtbelasteten Eltern gesehen und mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen werden.

„Damit das gelingt, sensibilisieren und vernetzen wir im Projekt (sozial-)pädagogische, therapeutische und medizinische Fachkräfte wie Erzieher*innen, Lehrer*innen, Ärzt*innen und Hebammen. Diese Fachkräfte erhalten ab sofort ein individuelles Beratungsangebot, um sie handlungssicher zu machen“, so Kristin Alheit, Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Hamburg.

Juliane Tausch, Landeskoordinatorin von A: aufklaren, ergänzt: „Im Projekt nehmen wir uns in der persönlichen Fallberatung der Anliegen von Fachkräften an, helfen bei der Reflexion von praktischen Fällen und ermöglichen einen nächsten guten Handlungsschritt. So können wir z. B. den Blick einer Erzieherin oder eines Lehrers schulen, um zu erkennen, wenn ein Kind durch überangepasstes oder strebsames Verhalten versucht, eine scheinbare Normalität zu suggerieren, um damit seine Eltern zu schützen.“

Sozialsenatorin erkennt Handlungsbedarf beim Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ in Hamburg

Fachkräfte und Interessierte haben bereits im Rahmen der Auftaktveranstaltung in Online-Vorträgen zu den Themen Resilienz, Trauma, Sucht oder Interdisziplinärer Zusammenarbeit ihr Wissen erweitert. Ergänzt wurde das Angebot durch ein Padlet, eine Online-Pinnwand, auf der die Nutzer*innen Materialien sowie Experteninterviews zum Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ abrufen konnten. In einem digitalen Grußwort kam auch die Sozialsenatorin Melanie Leonhard zu Wort.

„Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist oder eine Suchterkrankung vorliegt, haben es besonders schwer und verdienen unsere besondere Unterstützung. Deswegen ist es wichtig, dass wir eine Enttabuisierung dieser Themen in der Gesellschaft erreichen, dass wir diese Kinder entstigmatisieren und ihnen die Hilfe zukommen lassen, die sie wirklich brauchen“, stellt Melanie Leonhard fest und erkennt an, dass dieses Thema einen festen Platz in Hamburg braucht. Allein in Hamburg wachsen circa 77.000 Kinder im Schatten der elterlichen Erkrankung auf.

A: aufklaren nimmt die Arbeit in vier Hamburger Bezirken auf

Neben Fortbildungen, Sprechzeiten, Fallberatung und Fallwerkstätten entwickelt A: aufklaren eine Datenbank mit passenden Anlaufstellen für Betroffene. Dabei findet eine Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern Aladin gGmbH in Wandsbek, der Margaretenhort gGmbH in Harburg, dem Op de Wisch e.V. in Mitte und der Vereinigung Pestalozzi gGmbH in Altona statt.

‚A: Aufklaren‘ ist im PARITÄTISCHEN Hamburg im Referat Jugend und Familie angedockt. Finanziert wird es durch die Auridis Stiftung gGmbH.

Weitere Infos unter www.aufklaren-hamburg.de


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