11.04.2022

Hohe Arbeitsbelastung in der sozialen Arbeit – PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Hamburg fordert finanzielle Anerkennung nicht nur für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflege

Der vom Bundeskabinett vor Kurzem beschlossene Pflegebonus ausschließlich für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen führt bei Beschäftigten in anderen sozialen Berufen zu großer Verärgerung. Auch Fachkräfte in Kitas, der Jugend- und der Eingliederungshilfe hätten in den vergangenen zwei Jahren sehr eng mit Menschen gearbeitet, die an Corona erkrankt waren oder zu schutzbedürftigen Risikogruppen zählten, betont der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg. Der Verband fordert, einen solchen Corona-Bonus aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und erhöhten eigenen Gesundheitsgefährdung verdientermaßen auch auf diese Einrichtungen auszuweiten.

„Es leuchtet nicht ein, dass laut Kabinettsbeschluss Personen, die in der Verwaltung oder Haustechnik einer Senioreneinrichtung arbeiten, eine Bonuszahlung bekommen können, aber zum Beispiel Fachkräfte, die sich mit infizierten benachteiligten Kindern wochenlang in einer Jugendwohngruppe isolierten, leer ausgehen“, so Kristin Alheit, Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Hamburg. Kleine Kinder, Menschen mit geistiger Behinderung oder psychisch schwer belastete Menschen während einer Pandemie mit ihren speziellen Schutz- und Isolations-Anforderungen angemessen zu betreuen, sei eine Herkules-Aufgabe. Auf diese große Herausforderung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung haben auch große Träger der Eingliederungshilfe in einem offenen Brief an Hamburgs Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard hingewiesen und eine Ausweitung des Bonus auf ihr Arbeitsfeld gefordert.

„Für die Beschäftigten in der sozialen Arbeit spielt es keine Rolle, welchem Tarifvertrag sie zugeordnet sind und ob das Geld aus Bundes- oder Landesmitteln gezahlt wird“, sagt Alheit und spricht damit die unterschiedlichen Zuständigkeiten in der Refinanzierung von Kitas, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe sowie Alten- und Krankenhilfe an. „Wichtig ist nur, dass bei allem Respekt für die Leistung von Kranken- und Altenpfleger*innen nun endlich alle Beschäftigten, die eng in der Betreuung und Versorgung von Menschen arbeiten, die verdiente Anerkennung erhalten. Zum wiederholten Mal einen Bonus zu verteilen, der einen Großteil dieser Menschen ausschließt, ist ein Schlag in deren Gesicht.“


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