28.01.2020

Hamburg braucht eine separate Notschlafstelle für junge Wohnungslose

Wohlfahrtsverbände lehnen Unterbringung von Jungerwachsenen im Neubau des Pik As ab

Wie von der Presse berichtet, wird die Notübernachtungsstätte Pik As neu gebaut und um einen abgetrennten Bereich für Jungerwachsene ergänzt. Die Hamburger Wohlfahrtsverbände weisen allerdings schon lange darauf hin, dass die Unterbringung von erwachsenen und jungen Wohnungslosen gemeinsam auf einem Gelände nicht angemessen ist.

Laut einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung des Senats sollen in dem Neubau bis zu 72 männliche Jungerwachsene in einem separat zugänglichen Gebäudeteil untergebracht werden. Die Übernachtungsmöglichkeiten für Jungerwachsene (18- bis 27-Jährige) sind seit Jahren Gesprächsgegenstand zwischen den Hamburger Wohlfahrtsverbänden und der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI). Die Verbände haben gegenüber der Behörde immer wieder betont, dass für diese Altersgruppe eine eigene Notschlafstelle benötigt wird und eine Unterbringung im Pik As keine geeignete Lösung darstellt.

„Junge Menschen fürchten die Etikettierung als Obdachlose und meiden Orte wie das Pik As. Ein eigener Trakt wird daran nichts ändern. Was wir brauchen, ist eine separate Notschlafstelle“, sagt Sandra Berkling von der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW), dem Zusammenschluss der Hamburger Wohlfahrtsverbände. „Wir sehen ebenfalls kritisch, dass bis zu 72 Plätze geplant sind. Wenn so viele junge Männer, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, zusammen untergebracht werden, sind Konflikte vorprogrammiert.“

Aus pädagogischer Sicht ist es deshalb zwingend geboten, für junge Wohnungslose eine separate Notschlafstelle mit einer überschaubaren Platzzahl einzurichten. Eine solche Anlaufstelle sollte den Betroffenen nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten, sondern auch eine Beratung durch Sozialarbeiter*innen vorhalten, die gemeinsam mit den jungen Menschen eine Lösung für ihre Problemlage finden.

Da die Stadt allen fachlichen Empfehlungen zum Trotz die Notunterbringung für Jungerwachsene ans Pik As andocken will, bemühen sich die Wohlfahrtsverbände seit Monaten um Fördermittel, um eine eigene Notschlafstelle auf den Weg zu bringen.


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