07.03.2019

Geschlechtergerechtigkeit? Von wegen!

Die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)  hat gezeigt, dass die Lebensrealität in Deutschland von einer echten Gleichberechtigung der Geschlechter noch weit entfernt ist. An Wochentagen umfasst  die durchschnittliche bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit von Frauen und Männer demnach jeweils etwa elf Stunden. Frauen leisten aber weit mehr unbezahlte Haus- oder Erziehungsarbeit, selbst in Beziehungen ohne Kinder verbringen sie doppelt so viel Zeit mit Hausarbeit als ihre Partner.

„Dies zeigt, dass wir selbst in den kleinsten Einheiten unserer Gesellschaft von einer echten Gleichberechtigung noch weit entfernt sind“, kritisiert Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg. „Und die Konsequenzen daraus spüren die Frauen ihr Leben lang: Trotz  insgesamt gleicher Arbeitszeit leisten sie weniger Erwerbsarbeit, erhalten also weniger Gehalt und damit später weniger Rente. Erschwerend kommt hinzu, dass Frauengehälter vielfach nach wie vor niedriger sind als Gehälter von Männern. Diese doppelte Diskriminierung führt bei vielen geradewegs in die Altersarmut, einfach nur weil sie Frauen sind.“

Bessere Anrechnung der Erziehungsarbeit für die Rente, mehr Partnermonate, um Väter für Erziehungs- und Hausarbeit zu sensibilisieren, und weitere Schritte zur Anhebung von Gehältern in sozialen Berufen, in denen der Frauenanteil besonders hoch ist, seien nach Ansicht des Paritätischen Hamburg wichtige Maßnahmen, um diese Diskriminierungen abzubauen.

Ein Weltfrauentag oder Feiern zum 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts in Deutschland könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch einiges getan werde müsse, um echte Gleichberechtigung zu erreichen. „Doch solange in Deutschlands Parlamenten die Männer zahlenmäßig dominieren und dort keine Geschlechterparität herrscht, müssen Frauen weiter für ihre Gleichberechtigung kämpfen“, sagt Alheit, die von 2012 bis 2017 Ministerin für Gleichstellung in Schleswig-Holstein war.


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