12.12.2019

Armutsbericht des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes: Hamburg ist tief gespalten. Armutsrisiko weiter auf hohem Niveau – fast jede*r sechste Hamburger*in von Armut bedroht

Kristin Alheit, Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Hamburg, zum PARITÄTISCHEN Armutsbericht, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Demnach stieg das Armutsrisiko in Hamburg 2018 nach zuletzt positiver Entwicklung auf 15,3 Prozent und liegt damit auf dem Niveau der bundesweiten Armutsquote (15,5 Prozent). Zu den Hauptrisikogruppen zählen Erwerbslose (51%), Alleinerziehende (39,1%), Familien mit drei und mehr Kindern (33,3%) sowie Menschen mit Migrationshintergrund (29,3%). Die Armutsgefährdungsquote der Kinder unter 18 Jahren ist auf 21,7 Prozent gestiegen:

„Hamburg ist nach wie vor tief gespalten und von Ungleichheit geprägt. Während jede*r sechste Hamburger*in armutsgefährdet ist, weist unsere Stadt mit 12,3 Prozent die höchste Einkommensreichtumsquote aller Bundesländer auf. Die Zahlen zeigen, dass die positive wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre bei vielen Menschen nicht ankommt. Wir brauchen daher dringend einen Masterplan zur Armutsbekämpfung. Der Hamburger Senat kann mit dem Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigungsangebote für Langzeitarbeitslose, mit der stärkeren Förderung bezahlbaren Wohnraums, durch konkrete Unterstützungsangebote für Alleinerziehende und Mehrkind-Familien und durch eine Stärkung von benachteiligten Quartieren aktiv zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen.“

Hintergrund: Die Armutsgefährdungsquoten im Armutsbericht des PARITÄTISCHEN beziehen sich auf das Jahr 2018. Datengrundlage ist der Mikrozensus, eine jährliche Befragung der statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Die Teilnahme am Mikrozensus ist gesetzlich verpflichtend. Für einzelne Hamburger Bezirke und Stadtteile liegen keine Armutsrisikoquoten vor.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) aller Haushalte zur Verfügung hat. Bei Einpersonenhaushalten betrug diese Armutsschwelle 1.035 Euro, bei einer Familie mit zwei jüngeren Kindern 2.174 Euro.

Die Einkommensreichtumsquote ist definiert als Anteil der Personen, die mehr als das Doppelte des mittleren Einkommens zur Verfügung haben.

Den Bericht, weitere Infos und eine detaillierte Suchfunktion nach Postleitzahlen finden Sie unter: www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/armutsbericht


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