01.10.2019

Älter werden in Hamburg?

Die Wohlfahrtsverbände fordern eine neue Seniorenpolitik in der Stadt (Pressemitteilung der AGFW)

Den demografischen Wandel aktiv gestalten – das ist die Forderung, die die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW) in ihrem heute veröffentlichten Konzept aufstellt. Damit verfolgt sie das Ziel, die Teilhabe der älteren Menschen am gesellschaftlichen Leben in Hamburg sicherzustellen. 

Armut ist einer der Hauptfaktoren für soziale Isolation im Alter und mangelnde Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Bereits jetzt nimmt die Altersarmut in der Stadt stetig zu. Der Bundesverband der Tafeln meldete im September 2019 einen überproportionalen Zuwachs bei den Rentnern von 20% im Vergleich zum Vorjahr bei einem Gesamtanstieg der Tafelnutzer von 10%. Das Angebot an bezahlbarem Wohnraum geht weiter zurück. Wer nicht über das nötige Einkommen verfügt, kann auch am digitalen Wandel nicht teilhaben und wird bei den technologischen Anforderungen über kurz oder lang abgehängt.

„Die zukünftigen Herausforderungen benötigen einen neuen Ansatz in der Seniorenpolitik“, sagt Jens Stappenbeck, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Hamburg. „Die fast ausschließlich ehrenamtlich geführten Seniorentreffs können in der jetzigen Form die veränderten und großen Herausforderungen nicht bewältigen. Die Ehrenamtlichen leisten Großartiges, kommen aber an ihre Grenzen. Wir fordern daher seit langem hauptamtliche Unterstützung, um die wichtigen ehrenamtlichen Strukturen zu stützen und zu erhalten.“

Die Wohlfahrtsverbände äußern sich zwar im Grunde positiv zum Demografiekonzept „Hamburg 2030“, das der Senat fortlaufend weiterschreibt. Genau darauf zielt jedoch auch ihre Kritik: „Wir wollen Taten sehen, dies ist bislang nicht geschehen“, sagt Stefan Rehm, Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg.

Die Lösung sieht die AGFW in einer seniorenzentrierten Quartiersentwicklung, der jedoch eine gesamtkonzeptionelle Hamburger Strategie zugrunde liegt. Dabei schaut sie auch auf andere Städte wie München und fordert die Bildung eines Landesseniorenausschusses (LSA). Dieser LSA soll die Seniorenthemen künftig mit gebündelter Kraft nach vorne tragen. Für diesen grundlegend neuen Ansatz in der Seniorenpolitik fordert die AGFW mehr Geld: eine Erhöhung der jetzigen Finanzmittel um 10 Millionen Euro jährlich. Das entspräche bei den in 2030 erwarteten 390.000 Über-65-Jährigen ca. 25 Euro pro älterem Mitbürger jährlich.

>> Zum Konzept „Älter werden in Hamburg – Forderungen für eine neue Seniorenpolitik in der Stadt“.


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