Explodierende Energiepreise: Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg fordert Entlastungspaket für soziale Einrichtungen, sonst drohen Insolvenzen und Schließungen

Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg warnt angesichts explodierender Energiepreise davor, dass soziale Einrichtungen – besonders solche, die mit Gas heizen – schon bald in Existenznot geraten. Der Hamburger Senat müsse dringend tragfähige Lösungen entwickeln, bevor z.B. in Pflegeheimen oder Wohn-Einrichtungen für Menschen mit Behinderung im wahrsten Sinne des Wortes der Ofen für immer ausgehe. Die Mehrkosten für Strom und Gas belaufen sich auf 5-stellige, teilweise sogar 6-stellige Beträge – so wurde einem Pflegeheim, das Mitglied im PARITÄTISCHEN ist, vom Energieanbieter eine Steigerung der Gas-Kosten von derzeit jährlich 86.000 € auf 760.000 Euro im Jahr 2023 prognostiziert.

„Diese enormen Preissteigerungen können gemeinnützige Träger nicht stemmen. Ein Abschalten der Außenbeleuchtung oder eine verringerte Raumtemperatur können die Mehrkosten nicht ansatzweise auffangen. Abgesehen davon, dass eine zu niedrige Temperatur z.B. in stationären Pflegeeinrichtungen die Gesundheit der vulnerablen Bewohner*innen gefährdet“, sagt Kristin Alheit, Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Hamburg. „Wir brauchen – wie in der Corona-Krise – einen finanziellen Rettungsschirm für soziale Einrichtungen, der die Zahlungsfähigkeit gemeinnütziger Einrichtungen absichert.“ Die Politik müsse jetzt schnell handeln und vor allem gemeinnützigen Trägern und ihren Bewohner*innen Planungssicherheit geben.

„Es ist wichtig und richtig, kleine und mittlere Einkommen mit zielgerichteten Paketen zu entlasten, aber es ist nicht akzeptabel, dass soziale Einrichtungen komplett vergessen werden“, so Kristin Alheit. Im Gegensatz zu Unternehmen der freien Wirtschaft können gemeinnützige Einrichtungen aus der Pflege, der Eingliederungs- oder Jugendhilfe nicht einfach Preise erhöhen oder Leistungen kürzen. „Unsere Mitglieder versorgen Menschen, die oftmals wenig Geld oder eine schlechte Gesundheit haben oder aus anderen Gründen hilfebedürftig sind. Ihre Versorgung darf nicht gefährdet werden.“

Dem PARITÄTISCHEN Hamburg gehören über 400 soziale Träger an, die mehr als 1.000 Dienste und Einrichtungen betreiben.