"Eine Engagementkarte ist sehr begrüßenswert und längst überfällig - aber es sind noch viele Fragen zu klären"

In der heutigen Bürgerschaftssitzung werden die Regierungsfraktionen den Senat auffordern, eine Engagementkarte zu planen und einzuführen.

Dazu Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg:

"Eine Engagementkarte, verbunden mit finanziellen Vergünstigungen, als Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit für das ehrenamtliche Engagement von ca. 570.000 Hamburger*innen ist sehr begrüßenswert und längst überfällig. Andere Bundesländer sind da schon viel weiter. Noch sind in Hamburg viele Fragen zu klären: Wer stellt die Karte aus? Was sind die Kriterien? Wie lange ist sie gültig? Für wen gilt sie überhaupt? Ehrenamtliches Engagement findet vielfach organisiert in Vereinen und anderen Zusammenschlüssen statt. Aber oft auch sehr individuell, zum Beispiel in der Hilfe für Geflüchtete oder der allgemeinen Nachbarschaftshilfe, die häufig über soziale Medien vermittelt werden, oder in einer Selbsthilfegruppe. Hier darf kein Ehrenamt zweiter Klasse entstehen, sondern es muss gute Regelungen geben, die den Zugang zur Engagementkarte für alle ermöglichen, die sich in ihrer Freizeit für andere Menschen einsetzen. Daher ist ein breiter Beteiligungsprozess wichtig, zu dem die Wohlfahrtsverbände gerne ihren Beitrag leisten."