Veranstaltungen
Termin: 19.11.2019 - 19.11.2019

Netzwerke aufbauen, Wohnraum schaffen, Türen öffnen – Das Fundament für ein gemeinsames Hamburg

Fachtagung des PARITÄTISCHEN Hamburg zum Thema "Wohnraum"

09:00 Uhr - 16:00 Uhr
Anmeldeschluss: Bis 12.11.; Wer Schrift- oder Gebärdendolmetscher*innen benötigt, melde das bitte bis zum 4. November an.
Veranstaltungsort
Besenbinderhof 57a, 20097 Hamburg (rollstuhlgerecht)

 

In wenigen Worten:

Hamburg wächst – und damit auch die Anforderungen an die soziale Infrastruktur. Es fehlt an geeigneten Flächen für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, auch Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung suchen händeringend Wohnraum. Nicht zuletzt berichten Menschen mit Fluchterfahrung und Menschen mit einem sog. Migrationshintergrund davon, dass sie große Schwierigkeiten haben, kostengünstigen und zentralen Wohnraum zu finden.
Welche Möglichkeiten haben Politik und Verwaltung, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und das gemeinsame und soziale Hamburg zu stärken? Wie können Unternehmen der Wohnungswirtschaft zu einer Entspannung der Lage beitragen? Wieso sollten Unternehmen der Wohnungs- und der Sozialwirtschaft stärker kooperieren?
Diesen und weiteren Fragen werden wir beim Fachtag aus unterschiedlichen Perspektiven auf den Grund gehen. Wir werden einen Blick auf die Bedarfe und Bedürfnisse der unterschiedlichen Handlungsfelder der sozialen Arbeit werfen, gelungene Kooperationen hervorheben und nicht zuletzt die Forderungen und Ergebnisse in weitere Gespräche mit Politik und Verwaltung transferieren.

ab 9:00 Uhr:
Fokus-Rundgänge: Hamburg mal anders

ab 12:30 Uhr:
Fachveranstaltung u.a. mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, mit Ulrich Schneider vom PARITÄTISCHEN Gesamtverband, mit Bettina Prott vom PARITÄTISCHEN Hamburg, mit Dr. Christiane Droste von UrbanPlus sowie mit Workshops aus den Bereichen Altenhilfe, Eingliederungshilfe, Jugendhilfe, Kita und Migration rund um Wohnen und Bauen.

Moderation: Dörte Maack

 

Ausführliche Programminfos:

Der Tag startet mit drei parallel verlaufenden wohnungswirtschaftlichen Stadtrundgängen (Achtung: nur begrenzte Teilnehmerzahl!):

Rundgang 1: Perlen polieren – Rundgang zu Hamburger Wohnstiften
In Hamburg gibt es mehr als 100 Wohnstifte mit ungefähr 4.000 bis 5.000 Wohneinheiten. Sie wurden meist von wohlhabenden Hamburgern errichtet, um Bedürftigen günstiges Wohnen zu ermöglichen. Etwa ein Drittel der Wohnstifte ist seit 25 Jahren unsaniert, die Hälfte ist nicht barrierefrei, jedes dritte Stiftungsgebäude steht unter Denkmalschutz. Doch wie können die Wohnstifte gerettet und weiterentwickelt werden? Wir machen uns in einem Rundgang im Hamburger Stadtteil St. Georg gemeinsam mit Stattbau Hamburg auf die Spurensuche.

Rundgang 2: Hamburger Nebenschauplätze – alternativer Stadtrundgang durch die Hamburger City
Hamburg hat viele Seiten. Bei diesem Rundgang zeigen wir Ihnen gemeinsam mit dem Straßenmagazin Hinz & Kunzt ein ganz anderes Gesicht der Hansestadt. Die beiden Stadtführer Harald und Chris führen viele Neugierige durch die Innenstadt, wie sie kaum einer kennt. Sie möchten, dass die Menschen erfahren, wie Wohnungslose leben. Der Rundgang führt vorbei an Orten, die in keinem Reiseführer erwähnt werden.

Rundgang 3: Lebensräume – Rundgang durch die HafenCity
Mitten im Herzen einer urbanen Metropole – für die Bewohner*innen des Viertels ist die HafenCity mehr als nur ein Wohnort. Menschen mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen sind hierher gezogen und haben in den vergangenen Jahren eine lebendige Nachbarschaft aufgebaut. Gemeinsam mit Stattreisen Hamburg schauen wir uns an, wie das größte innerstädtische Bauprojekt Europas Gestalt angenommen hat und welche besonderen Lebensräume hier geschaffen wurden.

 

12:30 Uhr
Begrüßung im Besenbinderhof durch Kristin Alheit, Der PARITÄTISCHE Hamburg

Impulsvorträge:

Dr. Ulrich Schneider (PARITÄTISCHER Gesamtverband):
Gutes Wohnen ist Bedingung - von der Bedeutung des Wohnens für die soziale Arbeit

Christiane Droste (UrbanPlus)
(Titel folgt)


13:30 Uhr
In der folgenden Diskussionsrunde kommen

  • der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher,
  • der Geschäftsführer von Stattbau Hamburg, Tobias Behrens,
  • die Verbandsratsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Hamburg, Bettina Prott, sowie
  • Dr. Christiane Droste

darüber ins Gespräch, wie es gelingen kann, dem Wohnungsmangel entgegenzutreten und die Zugänge für Menschen, die es besonders schwer haben, zu erleichtern. An der Diskussion können sich auch Vertreter*innen der Wohnungswirtschaft und der Sozialwirtschaft beteiligen.

15:00 Uhr
In den abschließenden, parallelen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden mit den größten wohnungspolitischen Herausforderungen in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der sozialen Arbeit. Wir werden gemeinsam mit allen Interessierten aus Sozial- und Wohnungswirtschaft u.a. den Fragen nachgehen, wie Kitas und Schulen qualitativ auf- und ausgebaut werden können, wie barrierefreier Wohnraum geschaffen werden kann, welche Lösungen junge Erwachsene benötigen und wie ein diskriminierungsfreier Zugang zum Wohnungsmarkt aussehen kann.

Workshop 1:
Soziale Infrastruktur als zentraler Baustein einer wachsenden Stadt – Notwendigkeiten und Herausforderungen am Beispiel von Kita und Ganztagsschule
 
Hamburg wächst - und damit auch die Anforderungen an die soziale Infrastruktur wie den qualitativen Auf- und Ausbau von Kitas und Schulen.  Am Beispiel des Bezirks Harburg sollen die individuellen Blickwinkel eines Bezirks (Verwaltung / Bauprüfdienst), eines Projektentwicklers (IBA Hamburg) und potentieller Betreiber (Jugendhilfe-Trägern) beleuchtet werden.
 
Referent*innen:
Sophie Fredenhagen (Bezirksamtsleiterin Harburg)
Karen Pein (Geschäftsführerin der IBA Hamburg GmbH)
Thomas Reidegeld (Geschäftsführer des Hamburger Schulvereins von 1875 e.V.)

Workshop 2:
"Unser Start ins eigene Leben!?"  – Junge Menschen ab 16 in eigener Lebensperspektive

Zunächst werden praktische Wohnlösungen und konkrete Unterschiede in einzelnen Lebensbereichen zwischen Jugendhilfen mit familiärer Unterstützung und Jugendlichen ohne familiäre Unterstützung dargestellt. Dann erarbeiten die Workshop-Teilnehmer*innen weitere Ideen, Handlungsempfehlungen und Forderungen an die Hamburger Politik.

Input-Geber*innen:
Lars Dierking (Gangway e.V.)
Anja Gehrke (Gangway e.V.)
Verena Lüers (basis & woge e.V. / MOMO)


Workshop 3:

Aufbau von Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft im Quartier – ein zukunftsweisender Weg für die Eingliederungshilfe?

Das Wohnen im Viertel bedeutet für viele Menschen, nicht nur eine Wohnung zu bewohnen, sondern auch auf ein vertrautes soziales Gefüge zu treffen. Beides ist heute nicht mehr gewöhnlich. Menschen und insbesondere Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung suchen händeringend Wohnraum, die Wohnungswirtschaft braucht soziale Träger, um ihre Mieterschaft gut zu betreuen und um sich im Wettbewerb um neue Grundstücke zu profilieren.
Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, ob auch für kleine und mittelgroße Träger Kooperationen attraktiv und sinnvoll sind und wie eine win-win-Situation entstehen könnte.

Input-Geber:
Dr. Stephan Peiffer (Leben mit Behinderung Hamburg gGmbH)

Workshop 4:
Der Weg zum diskrimierungsfreien Wohnen in Hamburg  – Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten für Betroffene, insbesondere für Menschen mit Migrationsgeschichte

Dass marginalisierte Gruppen in Hamburg große Schwierigkeiten haben (kostengünstigen und zentralen) Wohnraum zu finden, ist grundsätzlich bekannt. Das gilt insbesondere für Menschen mit Fluchterfahrung, Menschen mit einem sogenannten Migrationshintergrund oder Menschen, denen aufgrund ihres Aussehens oder ihres Namens ein solcher zugeschrieben wird. Im Workshop soll es um eine erste Annäherung an folgende Fragen gehen:
•    Vor welchen Herausforderungen stehen diese Menschen konkret?
•    Was macht rassistische Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt aus?
•    Wie macht sich die rassistische Diskriminierung für uns als Träger in der Begleitung betroffener Personengruppen spürbar?
•    Welche Handlungsmöglichkeiten haben Betroffene, Unterstützer*innen sowie Fachpersonal auch vor dem Hintergrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und was kann die Antidiskriminierungsberatung tun?

Referentin: Birte Weiß (basis & woge e.V. / amira)  Projektleitung im Arbeitsbereich Antidiskriminierung u.a. als Beraterin für Betroffene von Diskriminierung im Projekt amira – Beratung bei Diskriminierung wegen (zugeschriebener) Herkunft und Religion


Workshop 5:

Modernisierung, Angebotserweiterung und Kooperationen – Die Altenpflege auf dem Weg zu einem integrativen Dienstleister
Fachkräftemangel, alte Bausubstanzen und veränderte Nachfrage. Dies sind die großen Herausforderungen in der Altenpflege. Anhand von vier konkreten Praxisbeispielen wird gezeigt, welche Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Einrichtungen vorhanden sein könnten. Dabei stehen im Fokus der Bereich Neubau, Modernisierung, Angebotserweiterung und Kooperation sowie die Auswirkungen auf die Wahrnehmung als Dienstleister und der dazugehörigen Personalbindung und -gewinnung. Der Workshop mündet in eine Diskussion und beschäftigt sich abschließend mit der Frage, wie der Wandel nun gelingen kann.

Referent:
Maik Greb (Geschäftsführer Hartwig-Hesse-Stiftung)

Die Ergebnisse und Forderungen dieser Workshops werden wir in Gespräche mit Politik und Verwaltung mitnehmen.

Ziel der Veranstaltung ist es, nicht nur die Politik für die sozialen wohnungspolitischen Themen zu sensibilisieren und klare Forderungen zu adressieren, sondern auch die Kooperation zwischen Wohnungswirtschaft und sozialen Trägern zu fördern, den Erfahrungsaustausch zwischen den Einrichtungen anzuregen und einen Beitrag zur Sensibilisierung der Wohnungswirtschaft zu leisten. Die Veranstaltung soll die gegenseitigen Vorteile einer Kooperation verdeutlichen und die Träger als gute und verlässliche Partner der Wohnungswirtschaft präsentieren.

Während der Veranstaltung werden wir für unsere Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit Fotos (nicht von Einzelpersonen im Publikum) machen. Ihre Teilnahme bedeutet gleichzeitig Ihr Einverständnis damit.

Ende des öffentlichen Fachtags um 16 Uhr.

Anmeldung:
per untenstehendem Anmeldeformular.

 

Hinweis zur Barrierefreiheit:
Die Räume im Besenbinderhof sind barrierearm und rollstuhlgerecht. Die Veranstaltung im Besenbinderhof werden von Gebärden- und Schriftdolmetscherinnen begleitet. Gebärdendolmetschung bei einer Führung ist auf rechtzeitig geäußerten Wunsch ebenfalls möglich.

 

Ab 16.30 Uhr findet am selben Ort unsere Mitgliederversammlung statt. Eine ordnungsgemäße Einladung erfolgt rechtzeitig.

 

>>Flyer zum Fachtag "Netzwerke aufbauen, Wohnraum schaffen, Türen öffnen"

 

 

 


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