11.10.2016

Ab 1. Oktober: Anspruch auf Medikationsplan

Seit 1. Oktober 2016 haben kranke Menschen einen Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig einnehmen bzw. anwenden. Die Einführung eines bundeseinheitlichen, standardisierten Medikationsplans ist Inhalt des E-Health-Gesetzes, das im Dezember 2015 vom Bundestag verabschiedet wurde. Der Medikationsplan soll künftig helfen, unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehler zu vermeiden.

Medikationsfehler können an verschiedenen Stellen auftreten und fatale Folgen haben. Am häufigsten sind Fehler in der Verordnung - wie z.B. doppelte Verschreibungen, fehlende Dosisanpassungen oder das Übersehen von Gegenanzeigen und Wechselwirkungen. Das Risiko für Patientinnen und Patienten ist besonders hoch, wenn mehrere ärztliche Fachkräfte Medikamente verordnen. Statistiken weisen aus, dass jeder dritte kranke Mensch über 65 Jahre im Schnitt neun Medikamente einnimmt. Bei der Einnahme der Arzneimittel geschehen viele Fehler, die im schlimmsten Fall zu Krankenhausnotaufnahmen und sogar zum Tode führen können.

Der Plan soll sämtliche verschreibungspflichtige sowie frei verkäufliche Arzneimittel enthalten, die der Patient oder die Patientin aktuell einnimmt. Dazu werden Wirkstoff, Dosierung und Einnahmegrund sowie sonstige Hinweise zur Medikamenteneinnahme bzw. -anwendung aufgeführt. In der Regel soll der Medikationsplan vom behandelnden Hausarzt ausgestellt und auch regelmäßig aktualisiert werden. Dies kann jedoch auch durch einen behandelnden Facharzt erfolgen. Auch Krankenhäuser und Apotheken können den Medikationsplan aktualisieren.

Ziel ist es, die Patientinnen und Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen und damit mehr Sicherheit zu schaffen. Dem behandelnden medizinischen Fachpersonal wiederum gibt der Plan einen Überblick über die Gesamtmedikation der Betroffenen. Zunächst wird der Plan in Papierform ausgefertigt. Zukünftig soll er auf der elektronischen Gesundheitskarte der Versicherten gespeichert werden.


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