19.11.2020

Wie finde ich eine passende Kita für mein Kind?

In Hamburg gibt es über tausend Kindertagesstätten. Kita-Vereine, Elterninitiativen, Kitas in Unternehmen sowie Kitas von großen und kleinen Trägern. Allein im PARITÄTISCHEN gibt es über 100 überwiegend gemeinnützige Träger mit mehr als 350 Kitas. Mit der steigenden Nachfrage nach Kinderbetreuung nimmt die Anzahl stetig zu und damit auch die Vielfalt von Angeboten und pädagogischen Konzepten und Schwerpunktthemen.

Die Wahl der geeigneten Kita ist für Eltern damit nicht einfacher geworden. Dieser Beitrag soll einen Überblick zu Entscheidungskriterien geben und Tipps für die Suche liefern.

  • Günstige Lage

Aus ganz pragmatischen Gründen steht die Frage nach dem Standort ganz oben. Kurze Wege von zu Hause oder zum Arbeitsplatz sind wichtig. Viele Eltern möchten ihr Kind in der näheren Umgebung ihres Wohnortes betreuen lassen. Sie können die Kita so zu Fuß oder mit dem Rad erreichen, und ihr Kind hat die Chance, in der Kita Freund*innen zu finden, die in der Nachbarschaft leben. Anderen Eltern, die möglicherweise eine große Distanz zum Arbeitsplatz haben, möchten ihr Kind lieber in ihrer Nähe haben und suchen nach einer Betreuung in der Nähe ihrer Arbeitsstätte („Huckepack-Modell“).

Über den Wegweiser „Kita finden“, den die Hamburger Sozialbehörde im Internet bereitstellt, ist es möglich, Kitas zu selektieren, die im gewünschten Stadtteil liegen und das passende Leistungsangebot (Art und Umfang der Betreuung) haben.
Möglich ist auch, digitale Kitaplatzbörsen zu nutzen. Hier werden Suchende und Anbieter zusammen geführt. Ein Beispiel ist das Portal suche-kita.de. Eltern können hier Kitaplatz-Suchanzeigen aufgeben, auf die Hamburger Kindertagesstätten direkt reagieren können.

Stehen mehrere mögliche Plätze zur Verfügung, helfen beim Vergleich qualitative Kriterien. Die perfekte Kita gibt es vermutlich nicht, aber es gibt ein paar Merkmale, die es zu betrachten lohnt. Die Rangfolge ihrer Bedeutung ist für Eltern sicherlich ganz unterschiedlich, wichtig ist, die eigenen, individuellen Prioritäten zu setzen.

  •  Wertvolle Pädagogik

Immer deutlicher unterscheiden sich die Kitas durch ihre pädagogischen und themati-schen Schwerpunkte. Es gibt Waldorf- und Montessori-Kindergärten, Wald-Kitas, Kunst-Kitas, Musik-Kitas, Kitas mit fremdsprachlicher Ausrichtung und vieles mehr. Hier zählt, was gefällt. Die meisten Kitas haben ausführliche Informationen zu ihrem Konzept im Internet.

Einen Platz in der favorisierten Kita zu bekommen, setzt zunächst einmal voraus, dass zum gewünschten Zeitpunkt ein Platz frei wird. Die Kapazitätsplanungen in den Kitas werden langfristig gemacht. Es ist lohnenswert, sich rechtzeitig (ca. ein Jahr vor gewünschtem Betreuungsbeginn) umzuschauen.

Haben die ausgesuchten Kitas einen freien Platz zum gewünschten Termin? Dann lassen sich atmosphärische Eindrücke und Informationen am besten mit einem Besuch in der Kita und einem persönlichen Gespräch sammeln. Eine gute Vorbereitung hilft, umfassende Antworten zu allen relevanten Fragen zu bekommen.

  • Liebevolle und kompetente Betreuung

Eine gute und verlässliche Betreuung ist möglich, wenn ausreichend pädagogisches Personal beschäftigt und qualifiziert ausgebildet ist. Eine beständige Bezugsperson ist für Kinder besonders im Krippenalter wichtig. Vertretungsregelungen für Fehlzeiten durch Urlaub und Krankheit sorgen für sicheren personellen Ersatz.

  • Gruppen- / Arbeitsformen

Eine wichtige Frage sollte beispielsweise die nach festen Gruppenbezügen oder sog. offeneren Arbeitsformen (Konzept offener Arbeit / Werkstatt-Pädagogik o.ä.) sein. Alle Formen haben ihre Berechtigung, sollten aber für Eltern auf Nachfrage schlüssig begründet werden können.

  • Struktur und Abenteuer

Fragen nach der Tagesstruktur, einem Wochenprogramm geben Aufschluss über die Aktivitäten und dem Verhältnis von verplanter und freier Zeit. Ein festes Programm gibt Kindern Sicherheit, freies Spiel lässt Raum für Inspiration und selbsttätiges Lernen. Regelmäßige Ausflüge machen den Kita-Alltag erlebnisreich. Rituale und Feierlichkeiten schaffen besondere Erlebnisse und lassen Eltern am Kita-Leben teilhaben.

  • Viel Raum

Räume können inspirieren und Möglichkeiten zum Spielen, Basteln, Malen und Werken geben. Räume bieten Platz zum Verstecken oder eine Kuschelecke, in die sich zurück-ziehen kann, wer gerade etwas Ruhe wünscht. Ein Garten bietet neben frischer Luft, Platz zum Toben, Geräte zum Klettern und möglicherweise Erde zum Pflanzen. Die Mindestgröße der Räume ist in Hamburg vorgeschrieben (Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen), die Ausgestaltung und Funktionalität kann jedoch ganz unterschiedlich sein.

  • Gesundes Essen mit Genuss

Was kommt auf die Teller, was gibt es zwischendurch? Vitamin- und nährstoffreiches Essen in Bio-Qualität, frisch gekocht klingt perfekt. Noch dazu, wenn sich Küche oder Ca-terer auf spezielle Bedürfnisse einstellen können: halal, koscher, vegetarisch, vegan,…. Die Liste individueller Wünsche kann lang sein. Neben dem „Was“ ist auch das „Wie“ bedeutend. Eine ruhige, angenehme Atmosphäre beim Essen fördert den Appetit, eine gelebte Tischkultur macht (Eltern) Freude.

  • Gute Führung

Sind die Erzieher*innen zufrieden, freut sich das Kind. Eine gute und wertschätzende Arbeitsatmosphäre bestimmt die Stimmung in der Kita. Wie lange Mitarbeiter*innen bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind, mag Auskunft über die Mitarbeiterführung und Kultur in der Organisation geben.

  • Beteiligte Eltern

In einer gut geführten Kita gibt es einen geregelten Informationsaustausch zwischen Leitung, Erzieher*innen und Eltern, der sich durch informellen, persönlichen Austausch im Alltag ergänzt. Es gibt klare Regeln zum Bringen und Abholen und ein Konzept für die Eingewöhnung von neuen Kindern.

Die Liste der hier dargestellten Qualitätskriterien, die bei der Wahl der passenden Kita helfen können, beansprucht keine Vollständigkeit. Sie ist gut geeignet, durch persönliche Einschätzungen und Erfahrungen von Freund*innen, Bekannten und Nachbarn ergänzt zu werden - und vor allem durch ein gutes Bauchgefühl!


Petra Dohrendorf, Öffentlichkeitsarbeit