Paritätischer schlägt erste Schritte zu einer inklusiv ausgestalteten Ausbildungsgarantie vor

Darin werden erste Schritte auf dem Weg in eine inklusiv ausgestaltete Ausbildungsgarantie gefordert.

  1. Außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE) inklusiv weiterentwickeln Neben einem diskriminierungsfreien Zugang zu diesen im Kontext der Ausbildungsgarantie zu schaffenden zusätzlichen Ausbildungsplätzen (alle ausbildungsinteressierten Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz) soll ein flexibles Unterstützungs- und Begleitangebot vorgehalten werden, das je nach individuellem Bedarf genutzt werden kann. Eine enge Kooperation zwischen Trägern, die dieses Angebot vorhalten und Betrieben ist selbstverständlich geboten.  
  2. Einbezug der schulischen Ausbildung in die Ausbildungsgarantie Die schulischen Ausbildungen sind in die inklusive Ausbildungsgarantie einzubeziehen und damit die vorbereitenden Angebote und beruflichen Fachschulen ebenfalls konsequent inklusiv auszugestalten. In Kooperation von Bund und Ländern sind hier erste Schritte umzusetzen und die Instrumente „Einstiegsqualifizierung“ und „Assistierte Ausbildung“ grundsätzlich für alle vollzeitschulischen Berufsausbildungen zugänglich zu machen. Damit könnten die Länder unterstützt werden durch praxisnahe Einblicke und Begleitstrukturen auch junge Menschen zu erreichen, die die vorausgesetzten Bildungsabschlüsse im ersten Schritt nicht mitbringen. Zudem sind die Vorhaben des Koalitionsvertrages, vollzeitschulische Ausbildungen vom Schulgeld zu befreien und Ausbildungsvergütungen zu zahlen, zügig umzusetzen.  
  3. Ausbildungsbegleitung (AsA flex) inklusiv ausgestalten und inklusiv weiterentwickeln Diskriminierende Zugangsmerkmale müssen abgeschafft werden und qualitative Probleme bei der Umsetzung beseitigt werden. Dazu gehört eine Rückkehr zu Personalschlüsseln bei der sozialpädagogischen Begleitung und Ausbildungsbegleitung, um verlässliche und kontinuierliche Begleitpersonen für junge Menschen und Betriebe zu sichern, und die Verbindung von ausbildungsanbahnenden Phasen mit der Ausbildungsbegleitung, dringend geboten ist hier eine Abkehr von der Vergabe.  
  4. Jugendberufsagenturen inklusiv denken und ausgestalten Jugendberufsagenturen müssen alle Jugendlichen erreichen, dafür sind sie jugendgerechter auszugestalten und der rechtskreis SGB IX zwingend einzubeziehen. Die Angebote der Jugendhilfe sind im Portfolio der Jugendberufsagenturen zu intensivieren, der vertiefte Einsatz von niedrigschwelligen Förderangeboten des SGB II (§ 16 h SGB II und § 16 f SGB II) zu prüfen und die individuellen Fördermöglichkeiten des SGB III stärker zu nutzen. Jeder junge Mensch hat das Recht auf eine Berufsausbildung im Rahmen seiner Interessen und Fähigkeiten. Nach Auffassung des Paritätischen gebietet das bereits die in Deutschland als Bundesrecht geltende UN-Behindertenrechtskonvention. Aber auch bildungsökonomisch gilt es, allen Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Nicht zuletzt ist das erfolgreiche Absolvieren einer Berufsausbildung auch ein zentraler Teil der Bewältigung der Jugendphase und des nachhaltigen Erreichens der finanziellen Unabhängigkeit.