Klimaschutz in der Sozialen Arbeit ermöglichen - Forderungspapier der Wohlfahrtsverbände

Wie kann Klimaschutz in der Sozialen Arbeit besser und schneller umgesetzt werden? Zu dieser Frage hat der Paritätische gemeinsam mit den anderen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege ein Forderungspapier erarbeitet. Es richtet sich an Verantwortliche in Politik und Verwaltung und benennt die dringend nötigen Verbesserungen für Klimaschutz in der Sozialen Arbeit.

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege haben sich zum Ziel gesetzt, den Weg zur Klimaneutralität in der Sozialen Arbeit konsequent voranzuschreiten. Sie möchten damit einen Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaziele leisten. Mit ihren über 120.000 Einrichtungen und Diensten, den über 100.000 Gebäuden, ihrer Mobilität und Beschaffung sind sie ein großer Hebel für den Klimaschutz.

Viele Organisationen der Sozialen Arbeit haben bereits begonnen, Maßnahmen des Klimaschutzes umzusetzen und würden gerne mehr tun. Sehr häufig scheitert die Umsetzung jedoch an den Rahmenbedingungen. Die wichtigsten Stellschrauben zur Verbesserung dieser Rahmenbedingungen benennt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in einem gerade veröffentlichten Forderungspapier "Transformation zur Klimaneutralität in der Freien Wohlfahrtspflege ermöglichen". Es ist adressiert an Politik, Verwaltung und Kostenträger auf allen Ebenen, vom Bund über die Länder bis zu den Kommunen.

Überblick über die Kernforderungen

Sozialrechtliche Verankerung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit notwendig

Die BAGFW fordert eine Verankerung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele in den Sozialgesetzbüchern, die gleichrangig zu anderen Zielen sein müssen. Leistungs-, Versorgungs- und Rahmenverträge zwischen den Leistungserbringern und Leistungsträgern müssen die nachhaltige Gestaltung der Dienstleistungen einfordern und gewährleisten.

Bessere Förderkulisse für gemeinnützige Einrichtungen schaffen

Die BAGFW fordert eine Einbindung in die Erstellung von Förderprogrammen für gemeinnützige Einrichtungen und deren Träger zur Umsetzung von Investitionen in Klimaschutz. Die aktuellen Förderprogramme sind in ihrer Ausgestaltung, z. B. im Hinblick auf die Förderquoten und Fördersummen, für gemeinnützige Träger häufig ungeeignet.

Gebäudebestand für die Zukunft fit machen

Die BAGFW fordert ein eigenständiges, den Bedarfen sozialer Träger angepasstes Förderprogramm für die energetische Sanierung der über 100.000 Gebäude im Bestand der Freien Wohlfahrtspflege. Die deutschen Gebäuderenovierungspläne und die Null-Emissions-Neubauvorgaben im Rahmen der europäischen Gebäuderichtlinie sollten als verbindliche Vorgaben für Planungen mit Kostenträgern gelten und dabei auch die Anreizproblematik adressieren, um die Wirtschaftlichkeit von Energieeinsparungen besser darstellen und konsequenter umsetzen zu können.

 

Flächendeckende Eigenenergieerzeugung ermöglichen

Die BAGFW fordert, rechtliche und finanzielle Hürden, die Investitionen in dezentrale erneuerbare Energieerzeugungen entgegenstehen, konsequent abzubauen. Der Gemeinnützigkeitsstatus darf durch Eigenenergieerzeugung nicht gefährdet sein.

 

Betriebliches Mobilitätsmanagement stärken

Die BAGFW fordert eine Erleichterung der Elektrifizierung der Fahrzeugflotten durch bessere steuerliche Rahmenbedingungen und eine besser den Bedürfnissen der ge-meinnützigen Träger angepasste Förderung von Mobilitätskonzepten und dem betrieblichen Mobilitätsmanagement.

 

Nachhaltiges Verständnis von Wirtschaftlichkeit etablieren

Die BAGFW fordert, die Lebenszyklusbetrachtung in der Beschaffung als Standard der Wirtschaftlichkeitsanalyse von Kostenträgern zu etablieren. In der Refinanzierung von Investitionskosten müssen die Kosten der Nachhaltigkeit additiv berücksichtigt werden.

 

Eine gesundheits- und klimagerechte Gemeinschaftsverpflegung sicherstellen

Die BAGFW fordert, dass die Budgets in der Gemeinschaftsverpflegung mindestens eine Verpflegung nach den DGE-Qualitätsstandards und den verstärkten Einsatz von biologisch erzeugten Lebensmitteln ermöglichen.