Bundesdrogenbeauftragter: Zahl der Drogentoten in Deutschland 2023 weiter angestiegen

Am 29. Mai 2024 wurden die jährlichen drogenbedingten Todesfälle, die das BKA offiziell registriert, in den Räumlichkeiten des Drogenkonsumraums von vista gGmbH vom Bundesdrogenbeauftragten Burkhard Blienert in Berlin vorgestellt.

Demnach hat das BKA 2.023 drogenbedingte Todesfälle registriert – etwa doppelt so viele wie vor zehn Jahren und rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr (1.990 Fälle). Darunter waren 1.844 Männer und 383 Frauen. Das Durchschnittsalter lag bei 41 Jahren und ist somit weiter angestiegen. Bei 1.479 der Verstorbenen wurde ein Mischkonsum verschiedener illegaler Substanzen festgestellt. Ein Anstieg von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Mischkonsum von illegalen Drogen wird damit zu einem zunehmenden Problem. Der Bundesdrogenbeauftragte verwies auf den  globalen Trend zu preiswerteren und stärker wirksamen  Opioiden und Stimulanzien, die von global agierenden Kartellen in die Märkte gedrückt werden. Gleichzeitig steige das Angebot an Kokain in Deutschland und Europa stark an.  

Nina Pritszens, Kollegin aus dem Paritätischen Arbeitskreis Suchtfragen/Jugendschutz und Geschäftsführerin von vista gGmbh forderte: "Wir brauchen dringend einen flächendeckenden Ausbau von Drogenkonsumräumen im gesamten Bundesgebiet. Gleichzeitig müssen wir Drug-Checking, nachdem vor gut einem Jahr dafür die Rechtsgrundlage im Bundestag geschaffen worden ist, auf- und auszubauen und für Menschen, die ein hohes Mortalitätsrisiko aufweisen, zugänglich zu machen. Ebenfalls unverzichtbare Bausteine sind die Weiterentwicklung und der Ausbau der medizinischen Versorgung, insbesondere der Opioid-Substitutionstherapie auch für Menschen ohne Krankenversicherung."

   

Abschließend verwies Christina Rummel, Geschäftsführerin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) auf die wichtige Funktion von Suchtberatung vor Ort, deren Angebote jedoch zunehmend finanziell bedroht sind: "Suchthilfe rettet Leben und ist wichtiger denn je! Doch insbesondere die Suchtberatung steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Erste Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung der DHS zeigen, dass Dreiviertel der öffentlich finanzierten Suchtberatungsstellen ihre Kosten in diesem Jahr nicht decken können. Die Konsequenzen sind fatal: Beratungsangebote werden eingeschränkt oder die Dienste komplett gestrichen. Hilfsbedürftige Menschen mit Suchterkrankungen können somit nicht mehr adäquat versorgt werden. Wir dürfen Menschen mit diesem Leid nicht alleine lassen. Es braucht endlich eine stabile Finanzierung der Suchtberatung.“

Quelle:

https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/zahl-der-drogentoten-in-deutschland-weiter-angestiegen/

 

 

Bild oben von Peter H auf Pixabay.