Zum Hintergrund des Projekts

Wer es mit der Inklusion ernst meint, muss im Feld des bürgerschaftlichen Engagements die zahlreichen „Engagement-Barrieren“ abbauen. Bürgerschaftliches Engagement ist grundsätzlich ein Recht für alle Menschen in unserem Land. Noch ist ein eigenes Engagement beeinträchtigter Personen keine Selbstverständlichkeit.

Das Projekt „engagiert + inklusiv“ greift entsprechend aktuelle politische Entwicklungen der aktiven Bürgergesellschaft sowie grundsätzliche Überlegungen der UN-Behindertenrechtskonvention, der Hamburger Engagement-Strategie 2020 und des neuen Konzepts der ambulanten Sozialpsychiatrie in Hamburg auf und könnte Gewinner auf vielen Ebenen haben:

  • Erstens: in der neu strukturierten Ambulanten Sozialpsychiatrie mit einem flächendeckenden Angebot in Hamburg, das explizit den Sozialraum einbeziehen soll, gibt es in allen Regionen Begegnungsstätten. Diese könnten Ausgangspunkt für freiwilliges Engagement ihrer Nutzenden werden und Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammenführen. Zudem könnten die unterschiedlichsten Einrichtungen und Initiativen in der Nachbarschaft durch die Projektarbeit stärker vernetzt werden.
  • Zweitens: Im Sommer 2014 wurde die Engagementstrategie 2020 des Hamburger Senats veröffentlicht, die explizit darauf zielt, etwa das freiwillige Engagement von Menschen mit Behinderungen / Beeinträchtigungen zu fördern.  
  • Drittens: Die UN-Behindertenrechtskonvention ist seit 2009 in Deutschland verbindlich. Ziel der Konvention ist es, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen zu garantieren. Die Möglichkeit eines freiwilligen Engagements gehört zu einem selbstbestimmten Leben dazu und ist damit Teil und Aufgabe von Inklusion.   
  • Viertens: Die positiven Erfahrungen aus anderen Projekten zeigen, dass Freiwillige nicht länger nur Betroffene sind (von Behinderung oder Krankheit), sondern zu Beteiligten werden, die aktiver und selbstbewusster aus ihrem Engagement hervorgehen. Das Projekt bietet die Chance, mit anderen in den Austausch zu kommen und gemeinsam die Gesellschaft mitzugestalten – das gibt Kraft und Mut.
  • Fünftens: Natürlich profitieren auch die Engagement-Nehmenden maßgeblich vom Engagement der Freiwilligen. Aufgaben des Alltags können dank ihrer Unterstützung leichter erledigt werden, zusätzliche Freizeitaktivitäten stehen zur Verfügung oder es ist einfach jemand da, mit dem sie sich unterhalten können. Häufig entstehen durch die Engagements Freundschaften, die allen Beteiligten gut tun und ihr soziales Leben erfüllen.
  • Sechstens: Auch die Engagement-Orte gewinnen durch eine Teilnahme am Programm. Die Freiwilligen bringen zusätzliche Angebote und unterstützende Aktivitäten in die Einrichtungen, die zu einer größeren Zufriedenheit der Bewohnerinnen oder Nutzerinnen führen. Die Begleitung der Freiwilligen durch die Projektmitarbeiter sichert die Qualität der  Engagements. Diese sind auch Ansprechpartner für die Mitarbeiter/-innen der Engagement-Orte.